Sanierung
Grabenlose Rohrsanierung: Wie funktioniert das Inliner-Verfahren?
Risse, Wurzeleinwuchs oder undichte Muffen müssen nicht aufgegraben werden. So funktioniert die Sanierung im Schlauchlining-Verfahren.

Wenn die Kamera Risse oder undichte Stellen im Abwasserrohr zeigt, ist das noch lange kein Grund für Bagger und neue Pflasterung. Moderne grabenlose Verfahren machen vieles unsichtbar möglich.
Beim sogenannten Schlauchlining wird ein mit Kunstharz getränkter Spezialschlauch in das beschädigte Rohr eingezogen und mit Druck an die Innenwand gepresst.
Was ist das Inliner-Verfahren?
Das Inliner-Verfahren ist das in Deutschland am häufigsten eingesetzte Sanierungsverfahren ohne Aufgrabung. Es ist DIBt-zugelassen und nach DIN EN ISO 11296 normiert.
Der Schlauch härtet entweder mit Warmwasser, Dampf oder UV-Licht aus und bildet so ein neues, vollständig dichtes Rohr im alten Rohr – mit nur minimalem Querschnittsverlust.
Nach der Aushärtung werden die Übergänge mit einem Roboter sauber angepasst und Zuläufe wieder freigefräst.
Vorteile gegenüber dem klassischen Aufgraben
Sie sparen die kompletten Tiefbaukosten – kein Aufbruch von Hof, Garten oder Keller. Das spart in vielen Fällen 50 bis 70 Prozent gegenüber einer Neuverlegung.
Die Arbeiten sind in der Regel an einem Tag erledigt, die Leitung ist sofort wieder nutzbar.
Lebensdauer und Belastbarkeit entsprechen einem neuen Rohr – Hersteller geben 50 Jahre und mehr Garantie auf das Material.
Für welche Schäden ist es geeignet?
Geeignet sind Rohre von DN 70 bis DN 800. Auch Bögen lassen sich mit dem flexiblen Schlauch problemlos sanieren.
Nicht geeignet ist das Verfahren bei vollständigem Einsturz des Rohres oder bei starken Versätzen über mehrere Zentimeter – hier hilft nur partielles Aufgraben.
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